Die Hospizidee

Hospiz ist ein altes Wort, das soviel bedeutet wie Gastfreundlichkeit, Herberge. Im Mittelalter wurden im Hospiz Pilger aufgenommen, um ihnen Stärke und Kraft für den weiteren Weg zu geben.

Die Hospizbewegung heute bemüht sich, die alte Tradition im mitmenschlichen Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden lebendig zu erhalten und umzusetzen.

Es war Cicely Saunders, die die moderne Hospizbewegung begründete. Cicely Saunders wurde im Jahre 1918 in England geboren. 1944 schloss sie die Ausbildung zur Krankenschwester im St. Thomas Hospital / Nightingale School of Nursing im King’s College ab. Nach einem Medizin-Studium praktizierte sie ab 1957 als Ärztin am St. Joseph’s Hospital.

Erfahrungen mit einem sterbenden Patienten, den sie im Jahre 1948 kennen lernte, inspirierten sie so sehr, dass sie ihr Leben ab sofort in den Dienst der Hospizarbeit stellte.

Ihr Anliegen war es, die Bedürfnisse des Patienten, aber auch seiner Angehörigen zu erkennen und zu berücksichtigen, um das Leid zu mildern und nicht nur eine Krankheit zu bekämpfen. Sterben sollte als eine Zeit gesehen werden, in der vieles möglich ist: Dank an Familie und Freunde, Abschied, aber auch innere Heilung und Wachstum.

Dieser Grundidee ist die Hospizbewegung bis heute verpflichtet.

1980 wurde Cicely Saunders von Queen Elizabeth mit dem Orden des Britischen Empire ausgezeichnet, dem in der Folge viele weitere Auszeichnungen für ihre innovative Arbeit in der Hospizbewegung folgten.

Cicely Saunders starb 2005 in London.

Quelle: The John C. Liebeskind History of Pain Collection